Mentale Gesundheit

Mentale Gesundheit für Senioren mit kognitiver Beeinträchtigung

Kürzlich beendete ich ein 6-monatiges Projekt für Senioren mit dementiellem Syndrom. Ziel des Projekts war, mit der Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und unterschiedlichen ergänzenden „Übungen“, die Senioren in die Entspannung zu führen. Das Seniorenzentrum begleitete das Projekt wohlwollend. Diese Menschen leiden u.a. unter Anspannung, Ängsten, Unruhe, Schmerzen, Unsicherheiten und entsprechenden kognitiven Schwächen.

Mein Konzept war mit Humor, Empathie und einem liebevollen Umgang, die Senioren bei der Umsetzung zu begleiten.

Zu Beginn war Vertrauens- und Aufbauarbeit gefragt. Das Pflegepersonal und die Angehörigen waren unsicher. Sollte das wirklich funktionieren mit Menschen, die so alt, krank, kognitiv eingeschränkt und z.T. unbeweglich sind?

Mein Motto: Im Umsetzen darf sein, was ist (Emotionen, Gedanken, Gespräche) und hat Raum, was geht, wie es umgesetzt wird. Zeit und Ruhe haben, langsame Bewegungen ausführen, Humor und Beisammensein haben Priorität.

Der Effekt war, dass bei den Teilnehmenden langsam eine Entspannung einsetzte. Das eigene Körpergefühl konnte individuell wahrgenommen, Müdigkeit / Trägheit überwunden werden. Konzentration und Aufmerksamkeit wurden gestärkt und das gemeinsame Umsetzen schätzten alle.

Abschliessend kann gesagt werden, regelmässige Praxis kann ein einfacher und wertvoller Weg sein, der Menschen mit demenziellen Veränderungen unterstützt.

Noch fehlen Offenheit und Bereitschaft vieler Institutionen, solche Aktivitäten in ihr Angebot aufzunehmen. Der demografische Wandel lässt sich nicht aufhalten. Die Anzahl Menschen, die an Demenz und Alzheimer erkranken werden, wird leider weiter zunehmen. Es kann sich lohnen dran zu bleiben und in Seniorenzentren vorzusprechen, die Möglichkeit und Chancen für Senioren anzubieten.